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 Ein Rundgang durch die Museumslay der Museumsmeile  in Mendig 


Eine Exkursion des Fördervereins des Naturkundemuseums Dortmund am Nachmittag des 22. Juni 2018

Die Museumslay ist eine weitere Attraktion  der „Museumsmeile“ der Stadt Mendig mit dem Lava-Dom- Museum, dem Lava-Keller und der Museumslay.   Der Führer der Exkursionsgruppe des Fördervereins des Naturkundemuseums Dortmund war Herr Wolfgang Kostka, der die Gruppe bereits durch das  Lava-Dom- Museum und den Lava-Keller geführt hatte.

Wolfgang Kostka setzte mit der Führung am Göpelwerk ein. Dieses Fördersystem ist in voller Schönheit auch aus dem vorbei fahrenden Auto zu erkennen und  wirbt zum  -kostenlosen – Besuch der Museumslay. Unscheinbarer  dagegen auf der anderen Straßenseite das Denkmal für die Mannfrauen, die früher den Bims-Abraum zum Bau der Schächte und teilweise die nach oben geförderten Lava- Lasten bewegt haben.  Die leidenden, aber alles Leid ertragenden Gesichter der beiden Frauen sind sehr einprägsam. 


   

Der Name Lay könnte einen keltischen Ursprung haben für einen Arbeitsplatz, an dem Steine bearbeitet  werden. Auch die Loreley könnte solch einen Ursprung haben, aber das ist nicht gesichert. Zumindest gab es dort Felsbearbeitung am Felsen Loreley. 
Das Göpelwerk oder  die Grubenwinde ist ein Nachbau aus dem Jahr 1992. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde auch versucht, den Schacht neu zu teufen. Aber das ist misslungen, der Schacht stürzte ein.  Dennoch deutet  die Ausmauerung  den Schacht perfekt an.  Das Göpelwerk wurde später durch Kräne ersetzt.  


  


Die Schwierigkeit bei der Bearbeitung eines großen Steins zeigt ein Ausstellungsstück, dass mit Keilen bestückt ist. Man kannte  nur Hammer und Eisen zur Bearbeitung, Bohrer und Laser gab es noch nicht.  Damit der Keil beim Aufschlag nicht sprang, wurde zunächst eine Keil-Rille geschlagen und dann die Keile  an beiden Seiten jeweils mit einem Stück Eisen eingespannt. Ein kräftiger Schlag, dann kam der nächste Keil an die Reihe. Wenn Gas entweichen konnte und der Stein zischte, stand der Sprung bevor.  Der Stein "redet", schon an dem Zischgeräusch konnte der Layer hören, ob der Stein in seinem Sinn springen wird oder sich irgendeinen Weg suchen wird.

Ein weiterer Stein zeigt den Fortschritt der Spaltarten:  Die Römer nutzten Römische Keiltaschen (konisch zulaufende Löcher), bis Anfang des 20 Jahrhunderts wurde das beschriebene Verfahren mit der Keilrille angewandt, bis 1960 wurden Keiltaschen mit dem Presslufthammer geschlagen und ab 1960  Rund-Keillöcher mit dem Presslufthammer gebohrt. Bei genügendem finanziellem Background verwendet man auch Laser-Schweißlanzen.


     


Das Exponat  einer römischen Wasserleitung ist mit einem sehr schweren Stein abgedeckt (1 bis 2 t).   Wasser war schon zu Zeiten der Römer kostbar, sie hatten Angst vor illegalen Anzapfungen.


    
  

Weitere Stationen

Für den oberirdischen Transport wurden Loren verwendet, die auch mit Zugmaschinen gezogen  wurden: Erst mit kleinen  Dampfloks, später mit Dieselloks.

Für das Bewegen schwerer Werkstücke verwendete man früh auch Kräne.

An jedem Lay- Arbeitsplatz gab es zwingend notwendig eine Schmiede.

Der Arbeitsplatzeines Steinmetzes war zwar an allen Seiten offen, aber immerhin überdacht. Das Privileg für einen freischaffenden Künstler.

Der Pflasterstein-Schläger war ein Lehrberuf. Beispiele für Pflastersteine sind ausgestellt: Das Kölner Profil für wohlhabende Leute (nicht nur aus Köln), rechteckig, schön, alle Steine sehen in etwa gleich aus. Das gleiche mit quadratischem Pflaster. Weiterhin ein   Pflaster aus dem 18. Jahrhundert in unterschiedlicher Größe geschlagen, mehr für nicht so reiche Gemeinden gedacht. Und ein römisches Pflaster, wie es in Germanien zum schnellen Bau von Straßen verwendet wurde. In Rom gab es sicher auch schöner geschlagene  Steine.


           


Im Gelände liegt der Rohling eines Mühlsteins.  Wolfgang Kostka testet die Qualität des Steins:  Er schlägt den Stein an, der Stein klingt hell, er ist o.k. Nun stellt sich jeder Exkursionsteilnehmer an den Stein und zwängt ihn quasi ein wenig ein. Jetzt ertönt der Stein nach dem Anschlag dumpf. Das war das Zeichen für die Layer unter Tage, dass der Stein noch nicht frei ist und irgendwo noch eingezwängt ist..


  

      

Damit endet auch die dritte Führung durch die Museumsmeile der Stadt Mendig.  Wolfgang Kostka verabschiedet sich mit einem Hinweis auf das gute Bier in der Vulkan-Brauerei, die  1987 die Brau-Tradition in der Stadt Mendig wieder aufgenommen hat.


    

Die Exkursionsgruppe bedankt sich sehr herzlich für diese  außerordentliche Führung.

Wolfgang Kostka ist u.a.  ehrenamtlich für die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft tätig. Diese Gesellschaft hat wesentlich zur Errichtug der Museumsmeile in Niedermendig  beigetragen. Die  Gesellschaft würde sich über eine Förderung durch Mitgliedschaft  in der Gesellschaft sehr freuen. 

Die Führung durch die Museumsmeile ist damit zu Ende, die Exkursion noch nicht.  Viele Teilnehmer nutzen die Möglichkeit, noch eine Viertelstunde im Museumsshop zu stöbern oder  sich im  „Landschaftsrondell“ im Foyer über alle anderen interessanten Einrichtungen und Landschaftsdenkmäler des Vulkanparks Osteifel  zu informieren. 

 

Weblinks

Vulkanpark

Vulkanbrauerei

 



 



Letzte Änderung: 12.07.2018